Chaos auf dem Wellnessmarkt

Wellness-Berufe - Chance oder leichte Beute für Betrüger?

Entspannung und sich wohl fühlen, das verbinden viele mit Wellness. Wer da genau für das Wohlbefinden sorgt, ist vielen nicht klar. Denn Wellness-Berufe sind nicht staatlich anerkannt – das macht es leider auch für Betrüger und schwarze Schafe leichter.

Chaos auf dem Wellnessmarkt

Der Wellness-Markt ist eine noch sehr junge Branche. Ihren ersten Aufschwung erlebte sie 1997, als die großen Sport- und Kurhotels diesen Sektor für sich entdeckten. Mit Crashkursen wurden dann auserkorene Hotelangestellte zu Wellness-Trainern umgeschult. Seitdem hat sich der Wellness-Markt um zahlreiche Angebote, Methoden und Berufsbezeichnungen erweitert, sodass es kaum noch möglich ist, den Überblick über mögliche Ausbildungen zu behalten.

Außer klassischen Berufsbildern, wie Physiotherapeut, Kosmetiker oder Masseur und medizinischer Bademeister, ist allerdings keiner der zahlreichen Berufsbezeichnungen, die es auf dem Wellness-Markt gibt, staatlich anerkannt. Ein Paradies also für Betrüger, die nicht nur Kunden mit falschen Versprechungen locken, sondern auch jene, die einen Wellness-Beruf mit Hilfe einer Ausbildung ergreifen wollen.


Das gehört zu den Wellness-Berufen

Welche Tätigkeiten eigentlich genau zu den Wellness-Berufen zählen, da sind sich nicht einmal die Experten einig. Denn von der Wellness-Medizin über Naturheilverfahren, Lifestyle- und Gesundheitsberatung bis zum Öko-Wellness haben sich viele unterschiedliche Berufsbezeichnungen entwickelt. Keine der Ausbildungen ist allerdings staatlich anerkannt oder folgt einer festgelegten Prüfungsordnung. Auch Bereiche wie Wellness-Journalismus oder Tourismus gehören im weitesten Sinne in diese Kategorie.

Wellness – ein Paradies für Betrüger?

Weil die meisten Berufe staatlich nicht anerkannt sind, gibt es auch kaum Qualitätskontrollen für die Ausbildung. Zwar führt der deutsche Wellness Verband solche Kontrollen vor allem bei großen Anbietern durch, trotzdem kann aber praktisch jeder einen Beruf im Wellness-Sektor ausüben. Gleiches gilt auch auf der Ausbilderseite.

Im Internet gibt es zahlreiche Angebote für Ausbildung, Weiterbildungen, Fernlernkurse und Ähnliches. Dabei wird oft mit unseriösen Angeboten geworben. Die kostenpflichtigen Kurse versprechen ein anerkanntes Zertifikat und gute berufliche Perspektiven. In der Realität sind sie jedoch zu theoretisch aufgebaut, zu kurz oder fachlich nicht kompetent angelegt.


Wellness geht auch ohne Betrügerei

Deshalb ist es besonders wichtig, sich genau zu erkundigen, bevor man sich für einen Ausbildungs- oder Weiterbildungskurs entscheidet. Um nicht auf falsche Versprechungen hereinzufallen, gibt es ein paar Dinge auf die man beim Wellness achten sollte:

Wenn mit vielversprechenden Stellenchancen geworben wird, ist das meist ein Indiz für ein unseriöses Angebot. Der Anbieter sollte plausible Grundqualifikationen verlangen und diese auch abprüfen. Die Dozentin sollten pädagogisch geschult sein und ihre Qualifikation auch nachweisen können. Der Praxisanteil der Wellness-Ausbildung sollte mindestens 50 Prozent betragen, ein Fernstudium ohne Kontakt zu Dozenten ist ebenfalls ein Indiz für ein unseriöses Angebot. Zum Schluss sollte es eine Prüfung geben, die nach einer zugänglichen Prüfungsordnung verläuft und benotet wird.

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