Aktuelle Lage in Deutschland

Gesetz und Rechte in der Ausbildung in Deutschland

Eine berufliche Ausbildung unterliegt sowohl auf Seiten der Ausbilder als auch auf Seiten des Azubis bestimmten Rechten und Pflichten, die gesetzlich geregelt sind. Arbeiten wie im Schlaraffenland oder wie in der Kaserne? Wer was darf und was muss, steht im Gesetz.

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Azubis gehen mit der Ausbildung einen Berufsausbildungsvertrag ein, der in der Regel auf den Vorgaben des allgemeinen Arbeitsrechtes und des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) beruht. Seit 1. April 2005 gibt es eine Novelle des BBiG, welche mehr Freiräume in der Vermittlung der Aus- bildungsinhalte und in der Gestaltung der Berufsausbildung vorsieht. Neben überregionalen Bestimmungen finden in dem Arbeitsvertrag zahlreiche regionale Rechte Anwendung, über die es gezielte Infos bei den zuständigen Stellen gibt.


Grundsätzliches zum Thema Rechte in der Ausbildung

Wer eine Ausbildung aufnimmt, der schließt einen Vertrag ab, womit bestimmte Rechte, aber auch bestimmte Pflichten einhergehen. Diese Rechte und Pflichten gelten selbstverständlich für beide Vertragspartner. Der Ausbildungsvertrag, welcher in schriftlicher Form vorliegen muss, regelt sämtliche Details die Ausbildung betreffend. Vereinbart werden beispielsweise die Dauer der Ausbildung und der Probezeit, ein gestaffeltes Gehalt, die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit, der Urlaubsanspruch und das Ziel der Ausbildung.

Während der Probezeit ist eine Kündigung ohne Nennung eines Grundes jederzeit und beiderseitig möglich. Danach sind die Kündigungsfristen einzuhalten und wichtige Gründe für die Kündigung zu nennen. Für Ausbilder gelten strenge Regeln, wenn sie ihrem Azubi kündigen wollen. In der Regel müssen mehrfache (schriftliche) Abmahnungen vorliegen.

Formale Pflichten für Auzubis und Ausbilder

Der Azubi als auch der Ausbilder haben während der Ausbildung Pflichten zu erfüllen. Und zwar folgende:

- Pflichten  für Azubis: Lernwille, Sorgfalt, Teilnahme am Unterricht einer Berufsschule, Befolgung der Anweisungen und der Betriebsordnung und Schweigepflicht

- Pflichten für Ausbilder: Übernahme der Ausbildung, Bereitstellung der Ausbildungsmaterialien, Freistellung für Berufsschulunterricht, Fürsorge, Zeugniserstellung und Vergütung


Rechte von Azubis unter 18 und Jugendschutz

Azubis ist nicht gleich Azubi, denn Lehrlinge unter 18 haben besondere Rechte. Wer noch nicht volljährig ist, für den gilt das „Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend“ (Jugendarbeitsschutzgesetz –JArbSchG). Es besagt, dass Minderjährige nicht mit Erwachsenen gleichgesetzt werden können, sondern spezielle Rechte haben. Für Azubis unter 18 gelten eigene Regelungen was den Besuch der Berufsschule, die Einhaltung von Ruhepausen und Urlaubszeiten, die Einteilung zu Schicht-, Nacht- und Akkordarbeit, die Verpflichtung zu Überstunden, das Verrichten gefährlicher Arbeiten und vieles andere angeht.

Unter 18-jährige Azubis dürfen beispielsweise nur in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet werden. Zusätzlich bedarf es regelmäßiger ärztlicher Untersuchungen bei Minderjährigen, die die Eignung zur Berufsausbildung auch körperlich und gesundheitlich bekräftigt. Für  Azubis unter 18 gilt das Jugendschutzgesetz und es darf ihnen weder Alkohol, Tabak noch sonstige Drogen ausgegeben werden.

Rechte für Arbeitszeit, Erholung und Urlaub

Der Ausbilder ist verpflichtet, mit dem Azubi eine seines Alters entsprechende Arbeitszeit zu vereinbaren. Die Arbeitszeit muss grundsätzlich Ruhephasen enthalten, die zur Erholung genutzt werden. Außerdem gibt es je nach Alter Regelungen über die Rechtmäßigkeit von Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. Zusätzlich dazu muss der Ausbilder einen geregelte Anzahl an Urlaubstagen gewähren, die vom Azubi, ebenso wie die täglichen Ruhezeiten, zur Erholung genutzt werden sollen. Über die genauen Rechte informieren die zuständigen Stellen.

- Tägliche / wöchentliche Arbeitszeit: bei Jugendlichen an fünf Tagen acht  Stunden /40 Stunden; bei Erwachsenen an sechs Tagen acht Stunden / 48 Stunden

- Samstagsarbeit: für Jugendliche ist der Samstag beschäftigungsfrei; für Erwachsene ein normaler Werktag

- Sonntags- und Feiertagsarbeit: für Jugendliche sind diese Tage beschäftigungsfrei; für Erwachsene ist der Sonntag in der Regel beschäftigungsfrei. Bei Feiertagen, die auf einen Werktag fallen, muss ein Ersatzruhetag gewährt werden

- Urlaubsanspruch: bei Jugendlichen gestaffelt 25 bis 30 Werktage und bei Erwachsenen 24 Werktage

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