Wenn die Ausbildung krank macht

Krank durch die Ausbildung

Egal, ob körperlich oder seelisch: Wenn die Ausbildung krank macht, stehen junge Azubis vor einem großen Problem. Denn abbrechen ist für viele keine Alternative, aber ist ein Abschluss, den gesundheitlichen Schaden wert?

Ausbildung, Verlauf, Zwischenprüfung

Eine Ausbildung kann sich in mehreren Hinsichten krank machen. Das fängt bei harter körperlich Arbeit an, die zum Beispiel zu Rückenschmerzen führt und geht weiter bei Jobs mit erhöhtem Unfallrisiko oder psychischen Schäden durch Mobbing oder starke Stress entstehen können. Aber auch in der Ausbildung auftretende Allergien können krank machen. Eine schwierige Situation: Die Ausbildung abzubrechen, würde sicher die Lösung des Problems bedeuteten. Aber eine neue Stelle zu finden, ist auch nicht gerade leicht oder sich von seiner Wunschausbildung zu verabschieden, erst recht nicht. Deshalb entscheiden sich viele dafür, einfach durchzuhalten. Das allerdings kann zu langfristig krank machen. Der gesündeste Weg führt darum immer zu einer Beratung.


Krank durch körperliche Belastung in der Ausbildung

In der Regel wird bei den meisten Berufen darauf geachtet, dass der Arbeitnehmer keinen körperlichen Schaden nimmt. Es gibt strenge Sicherheitsregelungen und Auflagen, die das verhindern sollen. Trotzdem gibt es besonders in körperlich anstrengenden Berufen die sogenannten ‚Berufskrankheiten‘. Dazu kommt es zum Beispiel, wenn viel gehoben oder getragen werden muss oder man viel steht. Aber auch bei Bürojobs, wo fast nur vor dem PC gesessen wird, kann man auf Dauer krank werden.

Um zu vermeiden, dass die Ausbildung auf die Gesundheit schlägt, ist es deshalb ganz besonders wichtig, dass man über die Sicherheitsbestimmungen Bescheid weiß. So kann man Fehlverhalten von Seiten der Ausbildungsstelle rechtzeitig erkennen und dagegen vorgehen bevor man krank wird.

Wenn die Ausbildung zur Allergie wird

Es gibt auch gesundheitliche Schädigungen, gegen die kaum eine Sicherheitsvorkehrung helfen kann: Nämlich bei denen, die durch eine Allergie ausgelöst werden. Die Allergie als Berufskrankheit gehört zu den häufigsten krank machenden Erscheinungen. Jedes Jahr müssen 30.000 Azubis ihre Lehrstelle aufgrund einer Allergie aufgeben.

Die häufigsten allergischen Reaktionen sind Hautprobleme in Form von Kontaktexzemen. Das heißt, sobald die Haut mit dem Stoff auf den allergisch reagiert wird, in Berüfung kommt, gibt es eine Hautreasktion: Ausschlag, Rötungen, Jucken, Brennen.

Aber nicht nur die Haut kann durch eine berufsbedingte Allergie leiden: Asthma bronchiale und Alveolitis machen Bronchien und Lunge zu Sorgenkindern. Diese Allergien treten häufiger in Berufen auf, in denen der Körper durch feinste Stäube belastet ist. Bei über 250 Stoffen, die für solche die Atemwege betreffenden Allergien verantwortlich sind, gibt es viele Berufe, in denen diese Stoffe eine Allergie vervorrufen und dann krank machen. Am häufigsten Jedoch in Bäcker- und Friseurberufen - durch Mehlstaub und kosmetische Chemikalien.


Wenn die Seele in der Ausbildung krank wird

Weniger offensichtlich aber mindestens genauso gefährlich ist es, wenn die Ausbildung seelisch krank macht. Die Ursachen hierfür sind meistens sehr vielfältig und auch die Symptome sehr unterschiedlich. Einer der Hauptauslöser ist aber Stress und Mobbing am Arbeitsplatz. Wenn darunter die Seele leidet, zeigt sich das meist in körperlichen Beschwerden. Zum Beispiel Kopf- oder Magenschmerzen.

Wer seelisch unter seiner Ausbildung leidet, sollte das Problem sehr ernst nehmen. Denn eine psychische Erkrankung ist mindestens genauso gefährlich wie eine körperliche. Hält man einfach nur durch, kann es im schlimmsten Fall zu Depressionen, Burnouts und anderen schwerwiegenden Erkrankungen kommen, die die Seele und den Körper schädigen.

Krank in der Ausbildung: Abbrechen oder durchhalten?

Wer wegen seiner Ausbildung körperlich oder seelisch krank ist, muss in jedem Fall etwas dagegen tun. Denn kein Abschluss ist es wert, auf Dauer zu leiden. Ein Ausbildungsabbruch ist dabei aber das letzte Mittel für die Gesundheit. Die Ausbildung abzubrechen, sollte erst die Lösung sein, wenn feststeht, dass die gesundheitlich belastende Situation anders nicht gelöst werden kann. Besonders, wenn man sich eigentlich in dem Beruf wohl fühlt. Rat kann man sich zum Beispiel bei den zuständigen Stellen, wie der Handels- und Handwerkskammer holen. Es gibt aber auch externe Beratungsstellen, die weiterhelfen können, wenn die Ausbildung krank macht.

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