Was tun bei Mobbing?

Mobbing: Wenn der Alltag zur Hölle wird

Wortattacken und fiese Schikanen: Mobbing ist nicht nur schlecht fürs Ego, sondern kann auch richtig krank machen. Treffen kann Mobbing jeden: Nicht nur während der Schulzeit, auch später in der Ausbildung.

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Foto: BIBB

Schon morgens geht es los: keine Lust loszugehen oder überhaupt aufzustehen. Dann später das mulmige Gefühl im Magen, die Angst vor dem nächsten Spruch oder der nächsten Schikane. Besonders für junge Auszubildende kann Mobbing schnell zu einem Problem werden. Egal, ob es in der Berufsschule oder am Arbeitsplatz passiert: Mobbing ist sowohl eine psychische als auch eine körperliche Belastung und kann schlimme Folgen für den Betroffenen haben. Deshalb sollte nicht geschwiegen, sondern aktiv etwas gegen das Mobbing unternommen werden. "Augen zu und durch" ist eine schlechte Taktik - denn zu selten löst sich ein Konklikt, der zum Mobbing geführt hat, von alleine.


Was ist Mobbing?

Natürlich gibt es sowohl in der Schule als auch am Arbeitsplatz immer Konflikte. Eine gezielte Auseinandersetzung damit, hilft nicht nur das Problem zu lösen, sondern kann die Arbeit sogar verbessern. Häufen sich aber solche Konflikte und sind Anschuldigungen oder Ähnliches gegen eine bestimmte Person gerichtet, kann Mobbing entstehen.

Eine Definition wurde in den 90ern von Heinz Leymann entwickelt: Demnach ist Mobbing eine negative kommunikative Handlung, die mindestens ein halbes Jahr währt und mindestens einmal pro Woche vorkommt. Mobbing hat oft den Zweck, eine bestimmte Person auszugrenzen, indem das soziale Ansehen des Betroffenen zerstört wird.

Ursachen für Mobbing…

Die Ursachen für Mobbing sind vielfältig: Auf der Täter-Seite ist es oft Antipathie, Neid, Eifersucht, Angst vor Status-/Verlust des Arbeitsplatzes, Frustableitung, Rache oder einfach Ausgrenzung des Mobbing-Opfers wegen Andersartigkeit. Aber auch das Mobbing-Opfer trägt in vielen Fällen unfreiwillig seinen Teil bei: Zu geringes oder zu großes Selbstbewusstsein, geringe Sozialkompetenz; Neigung, sich leicht angegriffen zu fühlen oder auch soziale Benachteiligung macht einen schnell zu einem beliebten Mobbing-Opfer.

Am Anfang von Mobbing steht aber meist ein ungelöster Konflikt, der später eskaliert. Es kommt zu Feindseligkeiten, die sich später verdichten. Das Opfer fängt an, nervös zu werden und Fehler zu machen, was dem Täter wiederum neuen Anlass zum Mobbing gibt. Es entwickelt sich ein Kreislauf aus dem ein  Mobbing-Opfer nur sehr schwer herausfindet.


…und was man dagegen tun kann

Auch wenn es schwer ist, sich allein gegen Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule zu wehren – unmöglich ist es nicht. Und hinnehmen sollte man Mobbing schon gar nicht. Denn Mobbing belastet die Betroffenen psychisch aber auch körperlich und kann schlimme Folgen haben. Was also tun?

Wichtig ist es, den Konflikt zu analysieren und zu überlegen, welche Ursachen die Mobbing-Attacken haben könnten. Dazu gehört auch, sich selbst zu hinterfragen und zu überlegen, welchen Teil man dazu beigetragen haben könnte. Gleichzeitig sollte Selbstbewusstsein gezeigt werden und ungerechtfertigte Anschuldigungen nicht hingenommen werden. Oft hilft es schon, mit dem Mobber ein Gespräch unter vier Augen zu führen. Reicht das nicht, ist es gut, Öffentlichkeit herzustellen und Andere auf das Mobbing-Problem aufmerksam zu machen. Auch ein Gespräch mit dem Vorgesetzten kann Abhilfe schaffen.

Wenn aber alle Stricke reißen, können auch rechtliche Schritte eingeleitet werden. Denn Mobbing in Form von Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung oder im Extremfall vorsätzlicher/fahrlässiger Körperverletzung kann strafrechtlich verfolgt werden. Hier ist es aber wichtig, sich professionell beraten zu lassen.

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