Ausbildung: Hohe Übernahmequote, doch immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt

Ausbildung: Hohe Übernahmequote, doch immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt

Die Übernahmequote bei Ausbildungen ist gestiegen: Zwei Drittel der Ausbildungsabsolventen wurden von ihren Betrieben in 2013 übernommen, so das Ergebnis einer repräsentativen Studie der IAB - Höchststand seit Beginn der Befragung 1996. Doch zeigte die Studie auch unerfreuliche Ergebnisse: immer mehr Bewerber ohne Ausbildungsplatz, während Betriebe ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können.

In der 2013 durchgeführten repräsentativen Befragung des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit 16.000 Betrieben hat sich gezeigt, dass noch nie so viele Ausbildungsabsolventen von ihren Betrieben übernommen wurden: zwei Drittel der Auszubildenden erhielten ein Übernahmeangebot. Ob die Ausbildungsabsolventen dieses Angebot jedoch angenommen oder auf eigenen Wunsch den Betrieb verlassen haben, ist in diese Statistik nicht eingegangen.

Doch ergab die Studie auch, dass Betriebe zunehmend keine Auszubildenden für ihre Ausbildungsplätze finden. In 2013 konnten 29 Prozent der Betriebe ihre angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen - das sind etwa doppelt so viele wie noch Mitte der 2000er Jahre. Vor allem Betriebe in Ostdeutschland sind von Besetzungsproblemen betroffen. Eine Ursache hierfür ist die demografische Entwicklung , die eine sinkende Zahl von Schulabsolventen mit sich bringt: Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Schulabgänger allgemeinbildender Schulen in Ostdeutschland um die Hälfte zurückgegangen.

Während Betriebe keine Auszubildenden für ihre Ausbildungsplätze finden, finden immer mehr Ausbildungsbewerber keine Ausbildungsplätze: Im September 2012 fanden 15.600 Bewerber keinen Ausbildungsplatz, in 2013 waren es 21.000. Von den Betrieben, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, gaben 61 Prozent die ungenügende Anzahl geeigneter Bewerber als Hauptgrund an und 22 Prozent, dass es insgesamt weniger Bewerber als Ausbildungsplätze gebe. In Zukunft gelte es also diese regionalen und beruflichen Passungsprobleme zu lösen, so die IAB-Forscher.


10.10.14