Auslandsaufenthalt

Auslandsaufenthalt statt Wanderjahre

Eine Ausbildung da, wo andere Urlaub machen? Das geht! Viele Azubis wissen gar nicht, dass es Möglichkeiten und Programme gibt, die ganze oder einen Teil der Ausbildung mit einem Auslandsaufenthalt verbringen. Sogar inklusive extra Zuschuss für die Reisekasse.

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In vielen Berufen werden Sprachkenntnisse und Auslandserfahrungen immer wichtiger. Dabei ist die Geschäftssprache oft eine ganz andere, als die, die man in der Schule beigebracht bekommt. Umso sinnvoller kann es sein, sich die Fremdsprachenkenntnisse gleich business-tauglich anzueignen, nämlich mit einem Auslandsaufenthalt in der Ausbildung. Von den vielen unvergleichlichen persönlichen Erfahrungen abgesehen, die so ein Auslandsaufenthalt mit sich bringt, tut sich auch für den Lebenslauf mehr, als nur den Vermerk der guten Sprachkenntnisse. Künftigen Arbeitgebern zeigt ein Azubi, der im Ausland war, dass er sich auf neue Situationen einstellen kann, offen, flexibel, anpassungsfähig und nicht zuletzt auch mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen ausgestattet ist. Das ist natürlich immer gern gesehen.


Auslandsaufenthalt in der Ausbildung - immer gefragter

Während es bei einem Studium Gang und Gäbe ist, einen Auslandsaufenthalt einzuplanen, gibt es für Auszubildende weit weniger Angebote und Möglichkeiten, die Ausbildung oder eine Zeit davon mit einem Auslandaufenthalt zu gestalten. Das deutsche Hochschulsystem wurde internationalisiert, da hinkt das Ausbildungssystem noch gehörig nach.

Ein Grund dafür sind die von Land zu Land sehr unterschiedlichen Ausbildungssysteme. Dazu gehört auch das duale System der Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, wie in Deutschland üblich, das es in manchen Ländern gar nicht gibt. Dadurch lassen sich Ausbildungen schwer vergleichen und der Auslandsaufenthalt nicht so leicht mit der deutschen Ausbildung abstimmen.

Glücklicherweise sind da aktuell einige Prozesse im Gange, die das Vorhaben Auslandsaufenthalt während des Ausbildung erleichtern sollen. Warten bis es so weit ist, muss dennoch kein Azubi den das Fernweh gepackt hat.

Ob Auslands-Trip oder Ausbildung im Ausland

Vielleicht braucht es als Auszubildender etwas mehr Engagement und Eigeninitiative, um im Rahmen der Ausbildung einen Auslandsaufenthalt zu verbringen, aber gehen tut's! Dabei gibt es sowohl die Möglichkeit für einen Teil der Ausbildung ins Ausland zu gehen, die gesamte Ausbildung im Ausland zu verbringen, als auch die Ausbildung mit einem Auslandspraktikum zu verbinden.

Wer schon vor Beginn der Ausbildung weiß, dass diese auf jeden Fall ins Ausland führen soll, der sollte sich am besten auch schon vorher informieren und gleich eine Ausbildungsstätte und Berufsschule wählen, wo das möglich ist. Denn es gibt Ausbildungs-Programme, die den Auslandsaufenthalt fest eingeplant haben – so gibt es auch keine Probleme bei der Anerkennung dieser ausländischen Ausbildungszeit. Auch gibt es Kooperationen mit europäischen Stätten beruflicher Bildung, die eine komplette Ausbildung im Ausland ermöglichen. Dabei wird dann ein beruflicher Abschluss erworben, der sowohl in Deutschland als auch in dem betreffenden Land anerkannt ist.

Übrigens sind Kenntnisse der Sprache meistens Voraussetzung, wenn man die Ausbildung im Ausland machen möchte. Schließlich bringt der Auslandsaufenthalt nichts, wenn der Azubi nur Bahnhof versteht.


Als Azubi ins Ausland – wen frag ich da?

Erster Ansprechpartner für Azubis, die einen Auslandsaufenthalt machen wollen, sind die zuständigen Kammern. Also die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer. Wer sich mal über die verschiedenen Ausbildungen, die es im europäischen Ausland gibt, informieren möchte, findet diese Infos auch beim sogenannte Europaservice der Bundesagentur für Arbeit. Wer schon weißt, in welches Land und in welchen Beruf der Auslandsaufenthalt gehen soll, kann sich auch direkt an die Kammern des jeweiligen Landes wenden. Viele haben eine deutsche Vertretung – das erleichtert den Kontakt. Oft sind es ausländische Tochterfirmen deutscher Unternehmen, die dann die deutschen Auszubildenden mit offenen Armen empfangen.

Azubi mit Fernweh aber leerer Reisekasse?

Wer sich jetzt fragt, wie so eine Ausbildung im Ausland bloß bezahlt werden soll, der kann sich über die Antwort freuen, dass es einige Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung gibt. Gerade für Ausbildungen, die zu einem Teil im Ausland verbracht werden, gibt es als größten Förderer das EU-Programm „Leonardo da Vinci“. Bis zu 5000 Euro als Unterstützung und Erstattung der Reisekosten gibt es dann für die Zeit der Ausbildung im Ausland, die zwischen drei Wochen und neun Monaten lang sein darf. Dafür muss aber sowohl Berufsschule, als auch ausbildenden Betrieb ins Boot geholt werden, denn diese stellen den Antrag auf Förderung durch dieses Austauschprogramm. Dann aber können mit Unterstützung an Bord, die Segel Richtung Auslandsaufenthalt gesetzt werden.

Die Stelle, die für die Ausbildung zuständig ist, bleibt dies auch während des Auslandsaufenthaltes und muss diesen koordinieren – zum Beispiel mit der ausländischen Berufsschule. Bei einer betrieblichen Ausbildung läuft die übliche Vergütung weiter. Übrigens sind auch Azubis im Ausland berechtigt, staatliche Unterstützung zu beantragen und das sogenannte Existenzminimum gesichert zu wissen.