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Schauspieler

Arbeitsplatz: Kerker – Beruf: „Erschrecker“

Kreischende Stimmen ertönen aus dunklen Räumen. Dann Stille. Gruseliges Lachen schallt aus hinteren Ecken. Eine bucklige Kreatur ist ansatzweise zu erkennen. Bildungsweb blickt hinter die Kulissen des Hamburg Dungeon, wo täglich zahlreiche Menschen von furchteinflößenden Wesen erschreckt werden.

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Wer hier auch täglich Besucher entertainen oder über die Vergangenheit der Hansestadt informieren möchte, sollte den Wunsch haben, Schauspieler zu werden.  Ganz klassisch - mit Anschreiben und Lebenslauf - bewerben sich Schauspieler beim Hamburg Dungeon um die Teilnahme bei einem Casting.

Wer ausgewählt und zum Probeerschrecken eingeladen wird, darf keine Berührungsängste zeigen. „Wir suchen Menschen, die offensiv sind und Persönlichkeit ausstrahlen“, meint Tom Dittmann, Sales und PR Assistent des Hamburg Dungeon. „Klar haben ausgebildete Schauspieler einen Vorteil, da sie unter anderem stimmlich trainiert sind. Bei einem besonders herausragendem Talent engagieren wir aber auch Quereinsteiger oder leidenschaftliche Hobby-Schauspieler.“

Sowohl Augenrollen, als auch Piratensprache gehören zum Alltag

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Der Beruf des Schauspielers ist laut Profi-Schauspieler Dittmann vergleichbar mit dem eines Leistungssportlers, besonders im Hamburg Dungeon. Täglich bis zu acht Stunden werden Stimme und Körper stark belastet - schließlich muss eine Figur auch authentisch auf die Besucher wirken. Da werden Buckel gemacht, Hälse schief gestellt oder Augen verdreht. Stimmen – je nach Rolle - krächzen, schreien oder murmeln.

„Schauspieler sollten sehr flexibel sein und improvisieren können. Gerade bei interaktiven Abschnitten, wie zum Beispiel der Pest-Show, müssen sie auf die Besucher eingehen, egal ob die Gruppe pubertierende Teenager sind oder gesittete Senioren. Schließlich sollte jeder die Darbietung genießen und verstehen können.“ 

Einen festen Text haben die Schauspieler für ihre Szenen nicht, deshalb sind Mut und Kreativität gefragt: „Ob es um Störtebekers Hinrichtung geht, die Hamburger Sturmflut von 1717, die Pest oder ob der Großbrand von Hamburg im Jahr 1842 dargestellt wird, unsere Schauspieler hauchen der Geschichte ein neues Leben ein. Dazu zählt auch, dass sie wissen, wie sich die Menschen damals ausgedrückt haben. Wörter wie OK oder Digitalkamera gab es einfach nicht. Wir versuchen die Leute zu inspirieren und sich zu fragen: Wie war das noch mal zu der Zeit?“ meint Dittmann, der seit drei Jahren im Hamburg Dungeon tätig ist, einst selber Besucher erschreckte und heute in der Marketingabteilung arbeitet.

„Stillstand ist der Tod“

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Nicht nur Interesse für andere Epochen und Spontanität sollten Schauspieler mitbringen, sondern auch körperliche Fitness. Die Arbeit im Hamburg Dungeon ist eben nicht vergleichbar mit einem Bürojob.

Dittmann: „Unsere Schauspieler wissen, wie sie sich fit halten. Dazu zählen nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch regelmäßiges, eigenständiges Arbeiten in Schauspiel, Tanz und Stimmbildung – Stillstand bedeutet quasi den Tod.“  Schichtarbeit, Teameinsatz  und hohe Flexibilität sind für eine gute Show ein Muss. Besonders in den Sommermonaten bespielen die Darsteller Gruppen teilweise im sieben-Minuten-Takt. Auch an weniger gut besuchten Tagen sind Abfolgen von 10 bis 15 Minuten normal. Die vielen kleinen Details wie etwa Sound, Licht und Technik werden von den Technikern des Hamburg Dungeon in der hauseigenen Werkstatt richtig in Szene gesetzt. Schminken müssen sich die Darsteller, nach der Einarbeitung alle selber.

Das Gruselkabinett in Hamburgs historischer Speicherstadt gehört zu Merlin Entertainments und bietet gruselige Unterhaltung. Die Besucher lernen in einem Rundgang von etwa zwei Stunden und auf etwa 3000 Quadratmetern Austellungsfläche die dunkelsten Kapitel der Vergangenheit Hamburgs  kennen. Information und Unterhaltung sollen im Hamburg Dungeon immer miteinander verbunden werden.

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