Pflegeberufe - nicht für jeden

Pflegeberufe: „Volle Kraft voraus!“

Auf zwischenmenschliche Fähigkeiten, physische aber auch psychische Belastbarkeit kommt es in Pflegeberufen an. Denn dieser verantwortungsvolle Beruf fordert seinem Pflegepersonal viel ab. Darüber sollte man sich – vorher – im Klaren sein.

Pflegeberufe - nicht für jeden

Ob es um die Pflege erkrankter oder behinderter Menschen geht oder um einen Beruf in der Altenpflege. Pflegeberufe fordern eine ganze Menge von denjenigen, die sie gut machen wollen. An aller erster Stelle stehen da die zwischenmenschlichen Fähigkeiten, die Auszubildende mitbringen sollten. Wichtig ist für angehende Auszubildende in Pflegeberufen, sich klarzumachen, was da eigentlich auf sie zukommt. Ein Praktikum vorher kann klären, ob man überhaupt damit zurecht kommt, andere Menschen zu pflegen. Denn naher Körperkontakt und beispielswiese einen alten Menschen wickeln – dafür ist nicht jeder gemacht.


Ein Beruf in der Altenpflege – mehr als nur zusammen Rommé spielen

Wer mit alten Menschen arbeitet, braucht ein besonders hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Menschen in jeder noch so stressigen Situation mit Freundlichkeit und Respekt zu begegnen, ist schon fast so etwas wie ein Gabe – und eine solche sollte man als Auszubildender bestenfalls mitbringen. Denn der Alltag in einem Altenheim besteht nicht aus gemeinsam durch den Park spazieren, zusammen Karten spielen und Kopfkissen aufschütteln. Die Arbeit in einem Altenpflegeheim zu den anstrengendsten und verantwortungsvollsten Jobs der Pflegeberufe.

Ein Seniorenzentrum oder Altenpflegeheim ist in vielen Fällen der – oft unfreiwillige – letzte Wohnsitz von alten Menschen. Dass dieser Ort ein schönes Zuhause wird, ist ohnehin schwer zu erreichen. Viele der alten Menschen sind schwere Pflegefälle. Das bedeutet, dass schon die tagtägliche Versorgung mit dem Nötigsten viel Zeit und Anstrengung braucht. Füttern, waschen, umbetten aber auch wickeln ist der Tagesplan dieser Pflegeberufe.

Pflegeberufe sind nichts für Zimperliche

Wer in einem der Pflegeberufe arbeiten möchte, darf keine Scheu vor Körperkontakt haben. Denn dieser gehört zur Pflege einfach dazu. Nicht jeder ist dafür geschaffen, zunächst fremde Menschen zu berühren und sie beispielsweise zu waschen. Scham- und Ekelgefühle können diesem Beruf im Wege stehen. Einen alten Menschen zu wickeln oder jemanden, der sich eingemacht hat, zu waschen – das ist nichts für Zartbesaitete mit niedriger Ekelschwelle.

Pflegeberufe ausüben heißt oft auch, ordentlich zupacken können. Es braucht halt einfach eine gewisse Kraft und körperliche Ausdauer, wenn man erwachsene Menschen stützen, umbetten oder hochheben muss. Die Belastbarkeit, die für Pflegeberufe wichtig ist, sollte nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische sein. Denn der Umgang mit geistig Behinderten oder Demenzkranken setzt neben dem Einfühlungsvermögen auch eigene Stabilität und nicht zuletzt viel Geduld voraus.


Wichtig: Praktikum in einem der Pflegeberufe – für schöne und Schattenseiten

Pflegeberufe haben viele schöne Seiten und es kann sehr erfüllend sein, wenn das Helfen zum Beruf wird. Es ist ein sinnvoller Beruf und viele Pflegekräfte berichten davon, dass sie so viel von dem, was sie geben, von den Menschen, die sie pflegen, zurückbekommen. Aber gerade solche Pflegeberufe verlangen eben viel von ihren Ausübenden und darüber sollten sich Berufsinteressierte klarwerden. Solche Klarheit kann ein Praktikum verschaffen. Denn gerade in Pflegeberufen ist die beste Möglichkeit um herauszufinden, ob einem diese Tätigkeit liegt: ausprobieren.

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